Wiesn-Blaulicht, Tag 15

Von Wildbieslern, Masskrug-Dieben und Mülleimer-Umarmungen

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Wiesn-Blaulicht (Archivbild)
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Wiesn-Blaulicht (Archivbild).

Rosenheim – Der Wetterbericht für Samstag sah in der Vorschau nicht so rosig aus. Regen und Gewitter waren angesagt. Der Wettergott hatte dann für den letzten Wiesnsamstag und seine Festbesucher eine kleine Überraschung parat. Das Wetter war nicht so regnerisch wie angesagt, ab und zu winkte auch die Sonne vom Himmelszelt. Eine Vielzahl von Festbesuchern tummelte sich zum Wochenend-Finale auf dem Herbstfest. Die Wiesnwache war gut beschäftigt und hatte einige Einsatz abzuarbeiten. 

Die Pressemeldung im Wortlaut:

Nur noch Kopfschütteln hatten Beamte der Wiesnwache für einen 32-jährigen Mann aus Fügenberg (Österreich) übrig. Beim ersten Mal belehrten sie ihn noch, aber beim zweiten Mal musste gehandelt werden. Gegen 18.00 Uhr wurde der 32-Jährige wiederholt beim Wildpinkeln in einer Wiese direkt neben dem Festgelände angetroffen, obwohl quasi in Schlagdistanz mehrere Toilettencontainer standen. Ihn erwartet ein Bußgeldverfahren.

Ein 34-jähriger Mann aus Ancona (Italien) wurde aus einer Bierhalle verwiesen, weil er dort gegen eine Wand urinierte. Kurz danach war er aber schon wieder zurück und wurde erneut hinausgebeten. Nun, wie schon irgendwie zu erwarten, wollte er sein drittes Comeback feiern und war gleich wieder da. Jetzt wurde die Wiesnwache vom Sicherheitsdienst verständigt und da der mit über zwei Promille stark betrunkene Italiener sich gleich so gar nicht einsichtig zeigt, wurde ihm für sein „Comeback“ eine neue Bühne geboten, eine Ausnüchterungszelle der Rosenheimer Polizei. 

„Ja warum jetz i - die anderen ned - oda wia jetz`a“

Gegen 20 Uhr wollte ein 18-Jähriger aus dem Landkreis Rosenheim das Festgelände verlassen, bewaffnet mit einem Maßkrug. Darauf angesprochen, dass dies ein Diebstahlsdelikt ist, meinte der junge Mann, dass das doch jeder macht. Diese Auffassung konnte die Polizei nicht teilen und nahm den Krug weg. Nach Hinweis auf ein Diebstahlsverfahren meinte der 18-Jährige, warum jetzt „er“ und nicht die anderen. Der Informationsfluss war schwierig, da seine Input-Aufnahmemöglichkeit mit rund zwei Promille mehr als gestört war. 

„Der huift mia nur schnei“

Ob die Hilfe wirklich unterstützend war, dass kann so durchaus vermutet werden. Jedenfalls trafen Beamte der Wiesnwache kurz vor Ende auf dem Festgelände auf einen 28-jährigen Bruckmühler. Innig umarmte er einen Mülleimer und der standhaft bleibende Abfallbehälter half ihm dabei, nicht ständig über seine eigene Füße zu fallen. Da der Mann aber so betrunken war und keine Möglichkeit zur Heimfahrt hatte, durfte er seinen „Rausch“ in einer Ausnüchterungszelle der Rosenheimer Polizei ausschlafen. Ein Atemalkoholtest war ihm unmöglich. 

„Fahrzeugwäsche - so aber nicht!“

Ein 18-jähriger aus Taxenbach (Österreich) wurde in der Kaiserstraße angetroffen, als er gegen einen Pkw urinierte. Die ungebetene „Fahrzeugwäsche“ wurde von Polizeibeamten beobachtet. Als er auf sein Verhalten angesprochen wurde, drehte sich der Österreicher um. Dem dabei weiter großzügig sprudelndem Urinstrahl, konnten die Beamten nur durch einen kurzen Sprung zur Seite ausweichen. Und offenbar war der Drang so groß, der 36-Jährige urinierte dann ungeniert weiter gegen einen Container, der neben dem schon reichlich begossenen Pkw stand. Der Taxenbacher ahnte wohl schon, dass die Sache noch nicht zu Ende ist. Ohne sein Hosentür`l zu schließen, lief er plötzlich davon. Aber mit seinen rund zwei Promille war die Koordination der Arme und Beine für ihn sehr schwierig und der Österreicher konnte nach nur ein paar Metern eingeholt werden. Hinzukommende Arbeitskollegen meinten, sich um den Betrunkenen weiter zu kümmern und ihn mit nach Hause zu nehmen. Dagegen war von polizeilicher Seite nichts einzuwenden.

„I wui doch nur hoam“

Anwohner im Bereich der Schlößlstraße verständigten die Rosenheimer Polizei kurz nach Mitternacht. In den Gärten und Terrassen schleicht eine Person herum. Vor Ort trafen die Beamten auf einen 34-jährigen Mann aus Burghausen. Der stark Betrunkene, ein Atemalkoholtest ergab rund zwei Promille, gab an, sich verlaufen zu haben. Er möchte doch nur zurück zu sich nach Burghausen. Die Botschaft der Rosenheimer Polizei kam wohl nicht wirklich an, er verstand nicht, dass er zum einen viele Kilometer weg von Burghausen ist und außerdem in die völlig falsche Himmelsrichtung marschiert. So weiter wandernd, kommt er nie in Burghausen an. Die Beamten nahmen den 34-Jährigen mit, er durfte in einer Ausnüchterungszelle schlafen. Nüchtern müsste die „Suche nach dem Pfad nach Burghausen“ sicher gut klappen, da ist die Polizei jetzt mal zuversichtlich. 

Pressemeldung Polizei Rosenheim

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