Wiesn-Blaulicht, Tag 10

Ein Glühbirnen-Werfer, „Heil Hitler“-Rufe – und eine mehr als kuriose Verwechslung

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Wiesn-Blaulicht (Archivbild)
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Wiesn-Blaulicht (Archivbild).
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Rosenheim – Am „Maurer-Montag“ (5. September) meinte es der Wettergott einmal mehr gut mit dem Herbstfest. Deswegen kamen auch viele Besucher auf die Loretowiese – und später bekamen dann auch die Schandis noch etwas zu tun. Das Wiesn-Blaulicht von Tag 10:

Für die Beamten der Rosenheimer Wiesnwache war es insgesamt gesehen ein ruhiger und eher entspannter Einsatztag. Ganz „arbeitslos“ waren sie jedoch nicht. Zunächst war die Polizei gefordert, als ein 21-Jähriger aus Bruckmühl meinte, er müsse mit aggressivem Verhalten auf Einsatzkräfte des Rettungsdienstes losgehen. Der junge Mann hatte zuvor seelenruhig neben einem Fahrgeschäft gelegen und wollte dort offenbar seinen Rausch ausschlafen. Daraufhin waren die Einsatzkräfte alarmiert worden. Der Bruckmühler bekam schließlich ein neues Quartier im „Hotel Polizei“ zugewiesen. Ein Alkoholtest bei dem aggressiven Pöbler ergab exakt zwei Promille.

Betrunkener wirft Glühbirnen in die Tiefe

„Nur einen kleinen Spaß“ wollte sich ein 40-Jähriger aus Großkarolinenfeld erlauben. Der Mann fuhr in Bierlaune mit einem Fahrgeschäft und fing dann während der Fahrt an, Glühbirnen herauszudrehen und diese zum Teil in die Tiefe zu werfen. Es war nach Polizeiangaben nur dem Zufall bzw. glücklichen Umständen zu verdanken, dass durch die „Wurfgeschosse“ keine anderen Festbesucher getroffen wurden. Dies hätte durchaus zu ernsten Verletzungen führen können. Logisch, dass die Schandis hier keinen Spaß verstanden und den „Spuk“ beendeten. In der „Birne“ des Werfers hatte sich übrigens einiges an Alkohol „aufgestaut“, ein Test ergab über zwei Promille.

Manchmal gibt es für die Wiesnwache auch Einsätze, über die man hinterher getrost schmunzeln kann und darf. So war es auch am späten Abend gegen 23.30 Uhr, als den Einsatzkräften ein 17-jähriger Rosenheimer auffiel, der auf einer Bank saß. Dabei sah es so aus, als ob der junge Mann telefonieren würde, denn er hielt seine Hand an sein Ohr. Als er die Beamten erblickte, sprach der Trunkenbold diese an und bat um Hilfe. Er wolle schon seit längerer Zeit zuhause anrufen, doch es gehe einfach keiner ran, so schilderte er sein „Problem“. Die Beamten fanden mit kriminalistischem Sachverstand und unübertrefflicher Spürnase dann auch rasch eine Lösung. So konnte dieser „Kriminalfall“ rasch aufgeklärt werden, denn die Schandis erklärten dem jungen Mann, dass er in seinem Rausch sein Handy mit seinem Geldbeutel verwechselt hatte und anstatt in ein Telefon in den Kleingeldschlitz des Portemonnaies redete. Schließlich wurden die Eltern des 17-Jährigen mit einem „richtigen“ Telefon verständigt.

„Heil Hitler“-Rufe vor Dönerladen

Ärger gab es auch noch nach Festende. Dies teilte die zuständige Polizeiinspektion Rosenheim in einer gesonderten Pressemitteilung mit. Gegen 23.45 Uhr wollte ein 48-jähriger Rosenheimer mit dem Auto offenbar besonders schnell nach Hause. Er wurde in der Äußeren Münchener Straße mit rund 80 km/h gemessen. Dumm war auch, dass der Mann zuvor ordentlich „getankt“ hatte. Da den Beamten bei der Kontrolle eine „Fahne“ entgegen wehte, wurde ein Alkoholtest veranlasst, welcher einen Wert von über 1,10 Promille ergab. Die Folgen für den Trunkenbold: Sicherstellung des Führerscheins, Blutentnahme und ein Ermittlungsverfahren wegen Trunkenheit im Verkehr.

Rund eine Stunde später ging es dann auch im Bereich der Kaiserstraße „rund“. Gegen 0.45 Uhr stand dort ein 37-Jähriger aus Obing (Landkreis Traunstein) vor einem Dönerladen, schrie laut herum und grölte dabei auch „Heil Hitler“. Deswegen kam es zu einem Streit mit einem 19-Jährigen aus Prutting, der schließlich auch „handfest“ ausgetragen wurde. Die verständigte Polizei trennte die beiden Streithähne. Da der Obinger einem erteilten Platzverweis keine Folge leistete und weiter uneinsichtig und aggressiv blieb, wurde er in Gewahrsam genommen. Er landete in einer Ausnüchterungszelle. Zudem kassierte er Anzeigen wegen Körperverletzung und dem Verwenden von verfassungswidrigen Organisationen. Der Pruttinger blieb unverletzt.

mw (mit Material der Polizei Rosenheim)

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