Die Zeichen stehen auf Kontrolle

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Seit 25 Jahren arbeitet Renate Wagner als Zeichenfrau beim Flötzinger Bräu. Hoffmann

Rosenheim – Festwirt, Bedienung, Schankkellner, Krügelwascher: Das sind Berufe auf der Wiesn, unter denen sich jeder etwas vorstellen kann. Aber eine Zeichenfrau?

Was ist ihr Job auf dem Rosenheimer Herbstfest? Renate Wagner (73) muss es wissen, denn sie ist seit 25 Jahren für diese Tätigkeit bei Flötzinger Bräu angestellt.

"Ich überwache, dass kein Bier zu viel ausgeschenkt wird", sagt sie pflichtbewusst. 16 Tage lang steht Wagner auf dem Balkon im Flötzinger Zelt hinter der Kasse und wartet auf die Bedienungen. "Diese kommen dann erst einmal zu mir. So viele Zeichen wie sie bei mir belegen, so viel Bier wird dann für sie ausgeschenkt." Zeichen – das können etwa Papierbiermarken oder Silberzeichen aus Blech sein. "Diese kaufen die Bedienungen vorher oder während des Abends im Büro", sagt Wagner. Das Personal tritt also für den Gast in Vorleistung, bis dieser sein Bier an seinem Platz erhält und dann dafür bezahlt.

Das Team auf dem Balkon ist eingespielt. "Auf meine Bedienungen kann ich mich zu 100 Prozent verlassen", sagt die Zeichenfrau. Keine nehme ein Bier vom Ausschank ohne vorherige Zeichenbelegung. "Wir sind hier eine kleine Familie", freut sich Wagner. Und diese Familie – die gibt es nur für zwei Wochen in jedem Jahr während der Wiesn. Denn im normalen Leben ist Renate Wagner Rentnerin. Für das Herbstfest schlüpft sie in die Rolle der Zeichenfrau und überwacht, dass alles mit rechten Dingen auf dem Balkon zugeht.

Die Kontrolle hat die 73-Jährige im Blut – 34 Jahre lang war sie bei Kathrein im Qualitätswesen tätig, "auch da habe ich also aufgepasst", sagt sie scherzend.

Früher hat Wagner während der Wiesn beide Jobs parallel erledigt, "das war gut möglich, da ich ja auf dem Herbstfest erst um 17 Uhr angefangen." Als Zeichenfrau in Rente zu gehen, kam für sie aber nicht infrage. Alljährlich freut sie sich auf diese Zeit und möchte, "solange mich die Familie Steegmüller noch beschäftigen will", auch weitermachen.

Neben der Zeichenkontrolle hilft Wagner dem Schankkellner beim Radler, "da schütte ich die Limo drauf". Ist der Wiesnabend vorbei, schnappt sie sich die Kasse mit den Zeichen und bringt diese zurück ins Büro.

Über Bekannte kam Wagner an den Job auf der Wiesn. Das Geschäft im Festzelt war ihr schon vor 25 Jahren nicht fremd: "Ich habe 17 Jahre beim Oktoberfest bedient." Ihr jetziger Job ist da sicher etwas entspannter. 

suh (Oberbayerisches Volksblatt)

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