Herbstfest Rosenheim: Bilanz der Polizei

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Rosenheim - Die Polizei ist mit dem Verlauf des Herbstfestes zufrieden. So sieht die Bilanz aus - von Diebstahl über Körperverletzung bis hin zu Wildbieslern.

„Auch wenn der letzte Festtag noch aussteht, so können wir doch schon heute eine rundherum positive Bilanz der vergangenen zwei Wochen ziehen“, so Polizeieinsatzleiter Dr. Walter Buggisch. „Die vielen Gäste konnten auch heuer ein sicheres und insgesamt sehr friedliches Rosenheimer Herbstfest genießen.“

Allgemein

Der sehr erfreuliche polizeiliche Eindruck der bislang 15 Festtage konnte auch durch die Wochenendtage nicht geschmälert werden, an denen es in diesem Jahr spürbar seltener Gründe für ein polizeiliches Einschreiten gab. Zwar gab es, wie schon in den Vorjahren, insbesondere an den Wochenenden und in den späten Abendstunden, Einsatzspitzen zu verzeichnen, insgesamt gesehen jedoch ohne gravierende Sicherheitsstörungen.

Körperverletzungen

Bislang wurden 40 Körperverletzungsdelikte auf dem Herbstfestgelände oder im Umgriff registriert, das sind bis jetzt drei weniger als im letzten Jahr. Angesichts der Besucherzahlen von über einer Million darf bei diesen vergleichsweise niedrigen absoluten Zahlen durchaus von einem friedlichen Volksfest gesprochen werden, auch wenn jegliche Gewaltanwendung in den Augen der Polizei nicht zu tolerieren ist. Gemeinsam mit den Ordnungsdiensten konnte bei vielen Auseinandersetzungen bereits in einem frühen Stadium eingeschritten werden, ehe Schlimmeres passierte.

Wiesnverbote

Ein beim Wiesnbesucher gefürchtetes, für den Veranstalter und die Polizei aber wertvolles Mittel: das Wiesnverbot. Auch heuer wurde das Verbot vor allem gegen junge männliche und alkoholisierte Randalierer ausgesprochen. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Zahlen allerdings deutlich zurückgegangen, 77 mal (2012: 115) wurden auffällige Personen vom Festgelände „verbannt“.

Gewahrsam

Wie Betretungsverbote sind Gewahrsamnahmen Indikatoren des polizeilichen Arbeitsanfalles auf dem Herbstfest. Mit bis jetzt 35 Maßnahmen bewegen sich die Arreste zum eigenen Schutz bzw. zur Sicherheit der Festgäste heuer auf sehr niedrigem Niveau (2012: 51). Darunter waren 10 Kinder und Jugendliche, die von ihren Eltern bei der Polizei abgeholt werden mussten (2012: 26).

Jugend

Das Konzept der Vorjahre, gemeinsam mit Vertretern der Stadt gegen eine zunehmende und teils massive Alkoholisierung Minderjähriger mit klarer Linie einzuschreiten, wurde heuer nochmals forciert. Bei den gemeinsamen Kontrollen wurden mehrere Hundert Kinder und Jugendliche überprüft. Dabei wurde das Augenmerk auf den Ausschank und die Weitergabe von Alkohol, auch schon im Vorfeld und Umgriff des Herbstfestes gelegt. Erfreulicherweise gab es hier in den Schankbetrieben nur wenige Beanstandungen. Dennoch wurden in den vergangenen zwei Wochen immer wieder stark alkoholisierte Kinder und Jugendliche aufgegriffen.

Diebstahl

Bis heute wurden 33 Eigentumsdelikte auf dem Herbstfest zur Anzeige gebracht. Vor allem Mobiltelefone (9), Fahrräder (8) und Geldbeutel (8) wechselten den Besitzer. Die allermeisten Besucher beherzigten die Präventionshinweise der Polizei und hielten ihre „Siebensachen“ zusammen. Auch die Videoüberwachung schreckt potentielle Täter ab, weil das Entdeckungsrisiko für sie sehr hoch ist. Das Phänomen Maßkrugdiebstahl verliert zusehends an Bedeutung, hier mussten nur drei Fälle aufgenommen werden. Offenbar haben die Mitarbeiter der Sicherheitsdienste auch in diesem Jahr wieder gut hingeschaut und die Mitnahme von Krügen durch Festbesucher verhindert.

Verkehr

Die Zahl der Abschleppungen ist zwar von 17 im Vorjahr auf bislang 33 angestiegen, liegt aber noch deutlich unter den 73 Abschleppungen der Jubiläumswiesn 2011. Offenbar zeigen die Autofahrer nach wie vor Verständnis für die stringenten Überwachungsmaßnahmen von Polizei und kommunaler Parkraumüberwachung, vor allem im Bereich von Behindertenparkplätzen und Feuerwehranfahrtszonen.

Wie angekündigt, wurden natürlich auch wieder Alkoholkontrollen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit durchgeführt. Bislang waren 11 Fahrzeugführer mit zu hohen Alkoholwerten auffällig, dies sind 16 weniger als im Vorjahr. Volksfestbedingte Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss waren auch in diesem Jahr die absolute Ausnahme. Denn immer stärker ausgeprägt ist die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel oder das Bilden von Fahrgemeinschaften sowie die Zulassung von deutlich mehr Taxis.

„Wildbiesler“

War in der Vergangenheit noch das Rauchverbot ein vieldiskutiertes Thema, so rückte bereits im Vorjahr das sogenannte „Wildbieseln“ - gerade auch zum Schutz der Anwohner rund um die Loretowiese - in den Fokus. 85 Anzeigen (2012: 131) wurden bis jetzt erstellt und das, obwohl sowohl in den Zelten, als auch auf dem Festgelände verteilt, ausreichend „stille Örtchen“ vorhanden und ausgewiesen sind. Alle zur Anzeige gebrachten Personen müssen mit einem Bußgeldbescheid der Stadt Rosenheim über 100 Euro rechnen.

Der Herbstfesteinsatz 2013 des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd wurde mit Einsatzkräften aus dem eigenen Präsidialbereich und Unterstützungskräften der Bereitschaftspolizei bewältigt. Neben den Beamten der Polizeiinspektion Rosenheim verrichteten auch Polizisten, insbesondere der benachbarten Reviere, ihren abwechslungsreichen Dienst in der Wiesnwache auf dem Festgelände oder im Umfeld der Loretowiese.

„Das Herbstfest 2013 war aus polizeilicher Sicht ein sehr erfolgreicher Einsatz“, so Polizeidirektor Dr. Walter Buggisch. „Dafür bedanke ich mich bei allen meinen Kolleginnen und Kollegen, die sich mit großem Engagement und viel Fingerspitzengefühl das Vertrauen und die Unterstützung der Rosenheimer Bürger und der Herbstfestbesucher verdient haben. Aber auch die beispiellos gute Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftlichen Verband als Veranstalter und der Stadt Rosenheim tat ein Übriges!“

Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Rubriklistenbild: © re

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