Der Wiesnsplitter am Mittwoch

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Rosenheim - Ja, es war wieder einiges los auf der Wiesn. Unser Wiesnigel Ignaz hat sich natürlich wieder ins Getümmel geschmissen und so manche Geschichte aufgeschnappt:

Bei ihrem Klassentreffen 2010, zum 50. Jahr nach Schulzeitende, haben diese Schulkameraden von der Volksschule Fürstätt vereinbart, sich nun jedes Jahr auf der Wiesn zu treffen. Heuer war das Treffen der ehemaligen Schüler im Flötzinger-Festzelt Anlass, auf das gemeinsame Fest der Trachtenvereine "D‘Innviertler" und "Alt-Rosenheim" am 21./22. September hinzuweisen, für welches das Flötzinger-Zelt eine Woche länger stehen bleibt. Franz Weinzierl (rechts) verteilte dabei an jeden Anwesenden die soeben erschienene Festschrift der beiden Vereine.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (vorne Mitte) machte nach ihrem Besuch bei den VR-Bank-Agrariern in der Auerbräu-Festhalle einen Abstecher ins Flötzinger-Festzelt, wo in der Brauerei-Boxe einige Landkreis-Bürgermeister diskutierten. Lachend wurde hin und her gewitzelt. Allerdings gefiel dem Kolbermoorer Bürgermeister Peter Kloo (rechts) die Tracht Aigners nicht so ganz. Er hätte an ihr statt dem rosaroten Leiberl lieber sein knallrotes gesehen. Von links: Bernaus Bürgermeister Klaus Daiber, MdL Daniela Ludwig, Marianne Loferer, Aigner, MdL Klaus Stöttner, Altbürgermeister Jürgen Tremmel, Neubeuern, Georg Huber, Fraueninsel-Bürgermeister, und Priens Rathauschef Jürgen Seifert. Von hinten abgebildet im Vordergrund: Oberaudorfs Bürgermeister Hubert Wildgruber.

Ilse Aigner feiert im Auer

Ihren 25. Geburtstag feierte Tamara Schilchegger aus Salzburg mit ihren Freundinnen auf dem Herbstfest. "Wir arbeiten bei Daimler-Benz in Salzburg, sind aber mit dem Bayernticket da. Am Bahnhof sind wir natürlich in ein Daimler-Taxi gestiegen und wollten einen Sonderpreis verhandeln. Leider ging da gar nix..."

Doppelte Freude gab es beim Herbstfestbesuch für etwa 100 Betreuer, Mitarbeiter und die Führungsriege der Stiftung Attl: Erstens waren sie vom Wirtschaftlichen Verband in die Auerbräu-Festhalle eingeladen und zweitens erhielten sie Besuch von Vroni Oswald, der Miss Herbstfest, die sich gerne dazusetzte. Die beiden Vorstände Friedrich Seipel (links) und Franz Hartl hakten die Wiesnmiss entzückt ein, um zur Musik zu schunkeln.

Miss Herbstfest beim Tisch der Stiftung Attl

Die von Herta Fahrenschon 2004 ins Leben gerufene Pizzaversteigerung zugunsten behinderter und kranker Menschen findet heuer wieder am Feuerwerk-Donnerstag, 12. September, zwischen 17 und 18 Uhr zum zehnten Mal statt. In dieser Zeit kann man bei der rothaarigen Pizzamacherin keine Pizza kaufen, nur ersteigern. Auktionator ist Franz Knarr, und die Miss Herbstfest Vroni Oswald wird von einem Bieter zum anderen sausen, um Geld einzusammeln. Der Erlös geht an den von ihr mitgegründeten Förderverein für behinderte und kranke Menschen im Partnerlandkreis Temesch in Rumänien.

Die Miss Herbstfest hat einen ständigen Begleiter. Egal, wo die Vroni hingeht, der Herbstfest-Trommler ist immer mit dabei. In ihrem Fall sitzt er immer brav auf ihrer Schulter. Wer weiß, vielleicht sagt er ihr auch manchmal etwas ein? Praktisch wäre das schon, so ein soufflierender Helfer, vor allem, wenn man als Herbstfest-Repräsentantin den ganzen Tag so viele verschiedene Gesprächsthemen braucht. Wer sich noch so einen treuen Begleiter fürs Dirndl, das Tascherl, die Weste oder den Hut wünscht, kann am Souvenirstand in der Auerbräu-Festhalle einen Musikanten erwerben.

Blinden Menschen bleibt es in der Regel versagt, sich in das fröhliche Treiben eines Volksfestes zu begeben und die gemütliche Atmosphäre im Bierzelt zu genießen. Deshalb hatte der VdK-Kreisverband wie alle Jahre seine blinden und hochgradig sehbehinderten Mitglieder zu einem geselligen Wiesn-Nachmittag - mit Unterstützung des Wirtschaftlichen Verbands und der Flötzinger Brauerei - ins Festzelt eingeladen. Mit dabei waren auch ehrenamtliche Vorstandsmitglieder der 32 VdK-Ortsverbände aus Stadt und Landkreis. Jeder Gast bekam Gutscheine für Hendl und Bier und die weiblichen Gäste noch zusätzlich ein kleines, von Katharina Gerold handgefertigtes Wiesnherz aus Stoff. Kreisvorsitzende Marianne Keuschnig wünschte einen schönen Nachmittag. Im vertrauten Kreis waren die Alltagssorgen rasch vergessen. Der schwer sehbehinderte Anton Hogger dirigierte mit großer Freude den Marsch "Alte Kameraden". Auch die fast blinde Traudl Wurth, die vor einem Monat das 97. Lebensjahr vollendete, nahm wieder an der Veranstaltung teil. Bei den Tischgesprächen ging es vor allem um die Sozialarbeit des VdK für die Rentnergeneration, Behinderten, sozial Schwachen und chronisch Kranken.

Während die "Großkarolinenfelder" die Hauskapelle der "Auerbräu-Festhalle" ist, gelten die "Cubaboarischen" als die "Außer-Hausband" von Auerbräu. Bei der Wiesn treffen sich die Bandmitglieder und ihre Fans zum Stammtisch und lassen sich die Küche von Festwirt Andi Schmidt, Chef der Firma "Inn-Gastro", schmecken. Der Wiesnigel hielt das im Bild fest und gab dem stets gutgelaunten Festwirt dazu eine Havanna-Zigarre in die Hand. "Jetzt bist du hier der Fidel Gastro", flachste der Wiesnigel und schlug Schmidt vor, auf seiner Herbstfest-Speiskartn auch karibische Küche anzubieten und seine Firma als Caterer der "Cubaboarischen" in "Inn-Castro" nach dem "Commandante en Jefe" der Karibikinsel umzubenennen. Unser Bild zeigt von links Musiker Andi Meixner, Festwirt Andi Schmidt, Ferdinand Steinacher, Auer-Bräu-Geschäftsführer und Hauptsponsor der Band, Hubert Meixner, Chef der "Cubaboarischen", und Band-Manager Peter Rutz. Letzterer berichtete, dass das fünfte Album im Oktober erscheinen wird und am 4. Januar die neue Tournee mit einem Konzert im Rosenheimer Kultur- und Kongresszentrum startet.

Der Abend am mittleren Herbstfestsonntag gehört im Flötzinger-Festzelt seit 2006 den Trachtlern aus Stadt und Landkreis. Liebhaber traditioneller Blasmusik ohne Verstärker schätzen diese Stimmung beim Flötzinger sehr, welche die "Dreder Musi" unter Leitung von Roland Merk präsentierte. Die Auer und Nußdorfer Goaßlschnalzer und der gemeinsame Schuhplattler hunderter Trachtler von jung bis alt zur Ambosspolka sind Höhepunkte dieses Abends. Walter Weinzierl, Ehrenvorstand des Inngau-Trachtenverbands, wünschte einen "scheena auf d‘Nacht, ohne dass oana auf de Bänk‘ om danzt". Wie man sah, können die Trachtler auch so fröhlich feiern, und die Goaßlschnalzer waren die Einzigen, die auf die Tische steigen durften.

Trachtler-Sonntag im Flötzinger

Blasmusik- und Trachtlerabend im Flötzinger

Heiratsanträge bekam die 17-jährige Sophie Spiegelberger vom Samerberg noch nicht, "aber jede Menge Telefonnummern". Die Schülerin von der Schule Schloss Neubeuern macht den Job als Herzerl-Verkäuferin auf der Wiesn bereits im zweiten Jahr und es bereitet ihr mächtig Spaß: "Meine Tante aus Stephanskirchen macht die Herzerl und ich bin für den Vertrieb zuständig." Sie freut sich jetzt schon auf die nächste Wiesn, "denn damit kann ich mir mein Wiesngeld verdienen."

Seit 1961 schlüpft er alljährlich in die Rolle des Weihnachtsmannes: Der offizielle finnische Staats-Weihnachtsmann Timo Pakkanen (hier mit Ehefrau Anne), seit gut 20 Jahren in dieser Mission weltweit unterwegs, ist seit Jahren begeisterter Herbstfestbesucher. Der 69-Jährige erklärte in der Auerbräu-Festhalle dem Wiesnigel, er würde gerne auf dem nächsten Rosenheimer Christkindlmarkt präsent sein. Den Termin hat er sich schon vorgemerkt: von 29. November bis 24. Dezember. "Ich mache auch gerne Wohltätigkeitsbesuche in Kitas, Kinderkrankenhäusern und Seniorenheimen", so Pakkanen. Jetzt sucht er noch Sponsoren dafür.

Eigentlich kam der "Entenwirt" Peter Schrödl vom Samerberg am Maurermontag zum Kesselfleischessen - "ich mag‘s mit Maggi und Zwiebeln" - ins Flötzinger-Festzelt. Doch andererseits war er auch neugierig, wie denn die Ente hier schmeckt, doch bestellen wollte er keine. Da kam ihm Andreas Steegmüller-Pyhrr gerade recht. "Lass mich mal probieren!" bettelte Schrödl. Das Urteil fiel nicht schlecht aus: "Sehr saftig, aber die Haut könnte knuspriger sein", so der "Gastroentologe" aus Törwang. Vielleicht erscheint bald einmal Flötzinger-Festwirt Manfred Kirner zum Ententesten am Samerberg.

Vor lauter Wahlkampf schwirrt nicht nur dem dem Wiesnigel Ignaz der Kopf. Die Mandatsträger kennt er, die sind die Legislaturperiode über aus der Zeitung bekannt, aber bei den neuen Kandidaten sind die Gesichter noch nicht so eingeprägt. Ignaz‘ Opfer wurde jetzt der SPD-Landtagskandidat für den Wahlkreis Rosenheim Ost, Dr. Manfred Bischoff, beim Kurzbesuch der nordrhein-westfälischen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft auf der Wiesn. Im Eiltempo ging‘s vom Auerbräu zum "Hau den Lukas", und dann entschwanden die SPDler gen Westerndorf St. Peter. Der Igel blätterte in seinem Aufzeichnungsgekritzel, konnte aber den fotografierenden Herren auf dem Bild namentlich nicht zuordnen. Ein Bezirkstagskandidat, spukte es ihm im Kopf herum. Falsch, stellte sich heraus, es war nicht der Werner Gartner, den der Igel auch nicht kennt. Dabei hätte ihn die Optik retten können, denn der Dr. Bischoff sieht seinem Fast-Namensvetter, dem Weihbischof Wolfgang Bischof, ziemlich ähnlich - und den hat der Wiesnigel schon mal gesehen. Das hat aber in diesem Fall leider nichts genützt.

OVB-Heimatzeitungen

Rubriklistenbild: © jre

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