Keine Plastikblumen

So entstehen die prächtigen Festwagen

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Der Flötzinger-Festwagen: Christiane Haldek (rechts) und eine Mitarbeiterin bei der Arbeit: "Enorm viel Spaß".

Rosenheim - Alles echt Natur: Die prächtigen Gespanne mit den stolzen Rössern und den aufgetürmten Bierfässern sind ein Markenzeichen der Rosenheimer Wiesn.

Die mit Tausenden von Blumen herausgeputzten Festwagen der Brauereien zählen zu den beliebtesten Fotomotiven. Für den aufwendigen Blumenschmuck ist jede Menge Arbeit hinter den Kulissen nötig.

Bereits die dritte Generation der Rosenheimer Gärtnerei Prentl ist bei Auerbräu für das Schmücken des Festwagens zuständig. "Bereits seit 80 Jahren dürfen wir diese wunderschöne Aufgabe übernehmen", erzählt Max Prentl junior stolz. Anlässlich ihres 125. Jubiläums setzt die Brauerei heuer sogar ein Achter-Pferdegespann für die Fahrten zur Wiesn ein. Für Max Prentl gab es da schon zuvor viel zu tun, um die Kutsche mit buntem Blumenschmuck zu einem Hingucker zu machen.

Der Auerbräu-Festwagen: Christian Prentl (links) und Max Prentl junior beim Schmücken. Zum Jubiläum ein besonderer Hingucker.

Allein den Kutscherbogen schmückt Prentl mit über 500 Blumenköpfen. Dafür verwendet er ausschließlich Tagetes und Dahlien. Die Farben dieser Blumen sind besonders leuchtend, zudem sind sie enorm widerstandsfähig. Das ist wichtig, weil die Blumen am Kutscherbogen nach dem Befestigen mit Draht keine direkte Wasserzufuhr mehr erhalten. An heißen Tagen kann das schnell zu einem Problem führen. Welke Blumen geben kein schönes Bild ab. Deshalb sind die Beschäftigen der Gärtnerei an solchen Tagen noch öfter im Einsatz, um die Blumen mit frischem Wasser zu besprühen oder auch mal die einzelnen Gestecke auszubessern.

Jedes Mal 3000 frische Blumen

Viel zu tun während der Wiesnzeit gibt es auch für Floristin Christiane Haldek. Sie schmückt seit sechs Jahren den Festwagen der Flötzingerbrauerei während der Wiesnzeit mit Begeisterung und Leidenschaft. Jeden Dienstag, Freitag und Samstag erneuert sie den Blumenschmuck der Kutsche komplett. Jeder Arbeitseinsatz umfasst viele Stunden. Dabei verarbeitet sie stets über 3000 Blumen. Für den Wiesn-Einzug werkelte Christiane Haldek sogar die ganze Nacht hindurch. Gestresst wirkt sie nicht, im Gegenteil. "Diese Arbeit macht enorm viel Spaß", sagt sie. Mittlerweile fühlt sie sich schon mit Kutschern und Rössern eng verbunden. Das ist für sie wie eine große Familie. Den Einzug in die Wiesn verfolgtensie und Max Prentl junior wieder mit besonderem Stolz. "Der Anblick der Festwagen ist und bleibt etwas ganz Besonderes", sind sich die beiden einig.

Keine Plastikblumen wie auf dem Oktoberfest

Dazu trägt auch die Tatsache bei, dass es beiden Rosenheimer Brauereien wichtig ist, ihre Wagen nach wie nur mit frischem Grün ausgestattet zu sehen. Selbst der Unterbau aus Latschenzweigen ist nach wie vor echt. Beim Oktoberfest in München ist das anders. "Da kommen immer mehr Plastikblumen zum Einsatz", weiß Max Prentl junior. In Rosenheim ist Plastik tabu. Diese Tatsache erkennen auch die Kutscher an, die die Gespanne nicht nur in Rosenheim, sondern auch bei vielen anderen Festivitäten in der Region lenken. Von ihnen hört Prentl auch immer wieder, dass Rosenheim die schönsten Festwagen hat.

Eingearbeitet werden in die Blumengestecke der Kutschen alle Blumensorten, die zurzeit blühen, besonders gern auch Sonnenblumen. Damit gab es aber heuer ein Problem. Der viele Regen hat den heimischen Sonnenblumen sehr zugesetzt. "Deswegen musste ich sie diesmal aus Israel beziehen", erzählt Christiane Haldek.

Bei der Gärtnerei Prentl setzt man hauptsächlich auf Blumen aus eigener Zucht. Die Gärtnerei pflanzt in ihren Gewächshäusern viele Blumen gezielt nur für das Rosenheimer Herbstfest an.

So wichtig wie der Schmuck selbst ist auch die Verankerung. Nichts darf verrutschen oder gar herunterfallen. Der Anblick der Festwagen soll stets perfekt sein. Einen kleinen Strich durch die Rechnung machen da nur immer wieder einmal Burschen oder die Rösser selbst. In unbeobachteten Augenblicken stibitzen sie nur zu gerne die eine oder andere Blume von den Wagen herunter: Die Burschen für ihre Liebste, und die Pferde haben die Blütenpracht zum Fressen gern.

Karin Wunsam/OVB

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