Die Retter von der Wiesn

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Rosenheim - Es wird gefeiert, gelacht, das Bier fließt in Litern. So sehen Besucher das Rosenheimer Herbstfest. Die vielen ehrenamtlichen Helfer kennen die Kehrseite der Medaille.

Auf der Rosenheimer Wiesn kann aus Spaß ganz schnell ernst werden. Vor allem wenn das viele Bier nicht mehr lustig macht, sondern aggressiv. Dann ist die Hilfe des Bayerischen Roten Kreuzes gefragt. Auf der Rosenheimer BRK-Wiesn-Wache arbeiten wochentags im Container neben dem Riesenrad, 17 ehrenamtliche Helfer. Sie bekommen dafür kein Geld, oft auch kein Dankeschön. Einer von ihnen ist der Bereitschaftsleiter der Wiesn-Wache, Rudi Scheibenzuber.

Nach 35 Jahren beim Bayerischen Roten Kreuz hat er schon viele Wiesn-Gäste behandelt. An erster Stelle stehen Schnittverletzungen bei kleinen Kindern und Erwachsenen. Sie treten oftmals in die Scherben zerbrochener Bierkrüge, die auf dem Boden herum liegen. Danach kommen Herzinfarkte und Schlaganfälle bei Rentnern, denen die Hitze und Lautstärke im Zelt zu viel wird. Ist das der Fall, kommen sie zur Erstbehandlung in den BRK-Container auf der Wiesn. Nach wenigen Minuten geht es ins Krankenhaus. „Mindestens ein Patient verstirbt im Durchschnitt im Nachhinein an seinen Verletzungen“, erzählt Scheibenzuber. Das heißt konkret: für einen Patienten auf der BRK-Wiesn-Wache, war es die letzte Rosenheimer Wiesn.

Auch im letzten Jahr verstarb einer der Herbstfest-Besucher, diesmal ein junger Mann. Er rutschte betrunken auf dem Gelände des Herbstfestes aus. Beim Sturz zog er sich ein schweres Schädel-Hirn-Trauma zu. Im Krankenhaus erlag er seinen Verletzungen. „Das Team und die Familie sind da, um diese Ereignisse zu verkraften“, erklärt Scheibenzuber. Er war damals in der Rettungsleitstelle, als das Unglück passierte.

Gefahrenstellen lauern allerdings nicht allein im Bier und seiner Wirkung. Kritisch wird es auch, wenn sich Betrunkene in ein wildes Fahrgeschäft setzen. „Problematisch sind dabei Fahrgeschäfte, die sich schnell in alle Richtungen bewegen“, erklärt Scheibenzuber. Das heißt, Fahrgeschäfte, bei denen sich auch der Magen in alle Richtungen bewegt und auf den Kopf stellt. Übelkeit ist die Folge. Die Betreiber der Fahrgeschäfte behelfen sich laut Scheibenzuber oft selbst: „Ich habe gesehen, wie die Betreiber das Erbrochene einfach mit einem Besen hinter dem Fahrgeschäft weg kehren“.

Das Bayerische Rote Kreuz schaut bislang auf rund 700 Einsätze auf der diesjährigen Wiesn zurück. „Hier schlägt sich vor allem das schlechte Wetter nieder“, erklärt Scheibenzuber. Im letzten Jahr war der Einsatz der Rettungssanitäter rund 1200 mal gefragt.

kmr

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