Polizei-Bilanz: "Rundherum positiv"

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Rosenheim - Aus und vorbei: Um 23 Uhr wurde beim Herbstfest die letzte Mass ausgeschenkt. Die Polizei hat bereits eine Bilanz gezogen:

Die Bilder vom Samstag

„Auch wenn noch der letzte Festtag aussteht, so können wir doch schon heute eine rundherum positive Bilanz der vergangenen zwei Wochen ziehen“, so Polizeieinsatzleiter Herbert Krauß. „Die vielen Gäste konnten auch heuer ein sicheres und insgesamt sehr friedliches Rosenheimer Herbstfest genießen - eine sympathische Wiesn eben.“

Allgemein

Polizeieinsatzleiter Herbert Krauß

Der sehr erfreuliche polizeiliche Eindruck der bislang 15 Festtage konnte auch durch die Wochenendtage nicht geschmälert werden, an denen es in diesem Jahr spürbar seltener Gründe für ein polizeiliches Einschreiten gab. Zwar gab es, wie schon in den Vorjahren, insbesondere an den Wochenenden und in den späten Abendstunden Einsatzspitzen zu verzeichnen, alles in allem jedoch keine gravierenden Sicherheitsstörungen. Und auch in den Lokalen und Gaststätten in der Stadt mussten von der Polizei nach Wiesnschluss weniger Einsätze bewältigt werden, als noch im Vorjahr.

Körperverletzungen

Bislang wurden 43 Körperverletzungsdelikte auf dem Herbstfestgelände oder im Umgriff registriert, das sind bis jetzt einige weniger als am Ende der Jubiläumswiesn 2011. Angesichts der Besucherzahlen von über einer Million darf also bei diesen vergleichsweise niedrigen absoluten Zahlen durchaus von einem friedlichen Volksfest gesprochen werden, auch wenn jegliche Gewaltanwendung in den Augen der Polizei nicht zu tolerieren ist. Tätlichkeiten, bei denen der Maßkrug als Waffe eingesetzt wurde, gab es in diesem Jahr keine und es kam während der gesamten Wiesnzeit auch zu keinen schwerwiegenderen Verletzungen.

Wiesnverbote

Ein beim Wiesnbesucher gefürchtetes, für den Veranstalter und die Polizei aber wertvolles Mittel: das Wiesnverbot. Auch heuer wurde das Verbot vor allem gegen junge männliche und alkoholisierte Randalierer ausgesprochen. So häufig wie noch nie, nämlich bislang 115 mal (2011: 83) wurden auffällige Personen vom Festgelände „verbannt“. Weil sowohl die Ordnungsdienste, als auch die Polizei ihre Personalstärke im Vergleich zu den Vorjahren spürbar erhöht haben, konnte bei vielen Auseinandersetzungen bereits in einem frühen Stadium eingeschritten werden, ehe Schlimmeres passierte. Ein Wiesnverbot war dann aber bereits in den meisten Fällen auszusprechen.

Gewahrsam

Wie Betretungsverbote sind Gewahrsamnahmen Indikatoren des polizeilichen Arbeitsanfalles auf dem Herbstfest. Mit bis jetzt 51 Maßnahmen bewegen sich die Arreste zum eigenen Schutz bzw. zur Sicherheit der Festgäste heuer auf niedrigerem Niveau (2011: 55). Darunter waren 22 Kinder und Jugendliche, die von ihren Eltern bei der Polizei abgeholt werden mussten (2011: 6). Eine signifikante Steigerung, die dem verstärktem Jugendschutz geschuldet ist.

Jugend

Das Konzept der Vorjahre, gemeinsam mit Vertretern der Stadt gegen eine zunehmende und teils massive Alkoholisierung Minderjähriger mit klarer Linie einzuschreiten, wurde heuer nochmals forciert. Bei den gemeinsamen Kontrollen wurden mehrere Hundert Kinder und Jugendliche überprüft. Dabei wurde das Augenmerk auf den Ausschank und die Weitergabe von Alkohol, auch schon im Vorfeld und Umgriff des Herbstfestes gelegt. Erfreulicherweise gab es hier in den Schankbetrieben nur wenige Beanstandungen. Dennoch wurden in den vergangenen zwei Wochen immer wieder stark alkoholisierte Kinder und Jugendliche aufgegriffen.

Diebstahl

Bis heute wurden 39 Eigentumsdelikte auf dem Herbstfest zur Anzeige gebracht. Vor allem Mobiltelefone (bislang 14), Fahrräder und Geldbeutel (bislang jeweils 7) wechselten den Besitzer. Die allermeisten Besucher beherzigten die Präventionshinweise der Polizei und hielten ihre „Siebensachen“ zusammen. Auch die Videoüberwachung schreckt potentielle Täter ab, weil das Entdeckungsrisiko für sie sehr hoch ist. Das Phänomen Maßkrugdiebstahl verliert zusehends an Bedeutung, hier mussten nur zwei Fälle aufgenommen werden. Offenbar haben die Mitarbeiter der Sicherheitsdienste auch in diesem Jahr wieder gut hingeschaut und die Mitnahme von Krügen durch Festbesucher verhindert.

Verkehr

Die Zahl der Abschleppungen ging von 73 im Vorjahr auf bislang nur mehr 17 zurück. Offenbar zeigen die Autofahrer Verständnis für die stringenten Überwachungsmaßnahmen von Polizei und kommunaler Parkraumüberwachung, vor allem im Bereich von Behindertenparkplätzen und Feuerwehranfahrtszonen. Wie angekündigt, wurden natürlich auch wieder Alkoholkontrollen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit durchgeführt. Bislang wurden 27 Fahrzeugführer mit zu hohen Alkoholwerten auffällig, darunter auch Radfahrer, die entweder durch ihre unsichere Fahrweise auffielen oder aber den Grenzwert (1,6 Promille) zur absoluten Fahruntüchtigkeit überschritten hatten. Volksfestbedingte Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss waren auch in diesem Jahr die absolute Ausnahme. Denn immer stärker ausgeprägt ist die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel oder das Bilden von Fahrgemeinschaften sowie die Zulassung von deutlich mehr Taxis.

„Wildbiesler“

War in der Vergangenheit noch das Rauchverbot ein vieldiskutiertes Thema, so rückte bereits im Vorjahr das sogenannte „Wildbieseln“ - gerade auch zum Schutz der Anwohner rund um die Loretowiese - in den Fokus. 131 Anzeigen (2011: 83) wurden bis jetzt 2012 erstellt und das, obwohl sowohl in den Zelten, als auch auf dem Festgelände verteilt in diesem Jahr noch mehr „stille Örtchen“ vorhanden und ausgewiesen waren. Alle zur Anzeige gebrachten Personen müssen mit einem Bußgeldbescheid der Stadt Rosenheim über 100 Euro rechnen.

Der Herbstfesteinsatz 2012 des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd wurde mit Einsatzkräften aus dem eigenen Präsidialbereich und Unterstützungskräften der Bereitschaftspolizei bewältigt. Neben den Beamten der Polizeiinspektion Rosenheim verrichteten auch Polizisten, insbesondere der benachbarten Reviere, ihren abwechslungsreichen Dienst in der Wiesnwache auf dem Festgelände oder im Umfeld der Loretowiese.

„Das Herbstfest 2012 war aus polizeilicher Sicht ein sehr erfolgreicher Einsatz“, so Polizeidirektor Herbert Krauß. „Dafür bedanke ich mich bei allen meinen Kolleginnen und Kollegen, die sich mit großem Engagement und viel Fingerspitzengefühl das Vertrauen und die Unterstützung der Rosenheimer Bürger und der Herbstfestbesucher verdient haben. Aber auch die beispiellos gute Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftlichen Verband als Veranstalter und der Stadt Rosenheim tat ein Übriges. Als ich vor etwa einem Jahr die Leitung der Polizeiinspektion Rosenheim übernahm, rechnete ich nicht damit, zum Herbstfesteinsatz 2012 noch hier zu sein. Heute bin ich froh, dass ich mich da getäuscht habe, denn die vielen schönen Erlebnisse und Begegnungen in den vergangenen zwei Wochen möchte ich nicht mehr missen!“

Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Rubriklistenbild: © Reisner/Polizei

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