Rosenheimer Herbsfest-Bilanz der Polizei Oberbayern Süd

Viele Streitereien im Keim erstickt

013.09.09|Wiesn-Aktuell|1 Kommentar
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Rosenheim - Hoher Arbeitsanfall auf der Wiesn und rund um das Festgelände, aber keine folgenschweren Schlägereien, Delikte oder Unfälle: Auch aus Sicht der Polizei verlief das Rosenheimer Herbstfest 2009 erfreulich.

© Reisner

Stimmungsvoll und meist friedlich ging es in den Bierburgen auf dem Herbstfest zu. Bei den wenigen Störenfrieden kannten Polizei und Ordnungskräfte kein Pardon.

Der leichte Rückgang bei den Körperverletzungsdelikten bei gleichzeitigem Anstieg der Gewahrsamnahmen und Wiesnverbote sind ein Indiz dafür, dass das Sicherheitskonzept (hohe Polizeipräsenz, konsequentes Einschreiten gegen Störenfriede) voll aufgegangen ist.

Unterstützt von Kräften der Bereitschaftspolizei aus München und Dachau, den Einsatzzügen Traunstein/Weilheim, zahlreichen Dienststellen des Polizeipräsidiums und im Zusammenwirken mit den Ordnungsdiensten sorgten die Rosenheimer Polizeibeamten für einen weitgehend störungsfreien Verlauf der 16-tägigen Veranstaltung.

Somit konnte sich auch heuer wieder die überwiegende Mehrheit der Herbstfestbesucher ungestört dem Vergnügen in der „Fünften Jahrszeit“ widmen. Der Leiter des einsatzführenden Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, Polizeipräsident Franz Mayer, zeigt sich zufrieden mit dem diesjährigen Herbstfestverlauf: „Mit über einer Million Gästen erwies sich das weit über die Region bekannte und beliebte Rosenheimer Herbstfest wieder als der Besuchermagnet. Das seit Jahren bewährte Einsatzkonzept und die hohe Polizeipräsenz gewährleisteten auch heuer wieder einen reibungslosen Veranstaltungsverlauf. Wer straffällig wurde, oder sich übermäßig alkoholisiert daneben benahm, bekam das polizeilich konsequente Handeln zu spüren. Um den Besucher des Herbstfestes ein Höchstmaß an Sicherheit zu bieten, wurde der Festplatz von der Polizei in diesem Jahr erstmals videoüberwacht.“

Erstmals Video-Überwachung

Auf dem Herbstfestgelände sorgten vorwiegend die Beamten der Wiesnwache für die Sicherheit der Besucher. Die erfahrenen und speziell für den Wiesndienst geschulten Beamten waren freundlich, stets präsent und im Einschreiten sehr konsequent.

Die Zusammenarbeit mit den Ordnungsdiensten und den Sicherheitsunternehmen war bestens. Aufgrund der hohen Polizeipräsenz auf dem Festgelände und im Umfeld konnten viele Streitigkeiten unter Besuchern schnell unterbunden oder bereits im Ansatz verhindert werden. Der übermäßige Alkoholgenuss zahlreicher Herbstfestgäste und die daraus resultierenden Aggressionsdelikte sorgten dafür, dass Polizeibeamte und Rettungsdienste trotz des insgesamt erfreulichen Herbstfestverlaufens alle Hände voll zu tun hatten.

Zu späterer Stunde und meist nach Wiesnschluss gerieten vorwiegend polizeibekanntes Klientel oder vom Alkohol enthemmte Personen aneinander. Hier hat sich das polizeiliche Konzept mit hoher Polizeipräsenz und sofort und mit allen rechtlichen Mitteln gegen auffällige Personen vorzugehen, erneut bestens bewährt. Der leichte Rückgang bei den Körperverletzungsdelikten und der Anstieg der Gewahrsamnahmen und Wiesnverbote belegen dies sehr anschaulich. Die Polizei registrierte heuer 48 (2008: 49) Körperverletzungsdelikte auf dem Festgelände und im näheren Umfeld.

Elf Jugendliche von Eltern abgeholt

In den überwiegenden Fällen handelte es sich um wechselseitig begangene Auseinandersetzungen ohne schwerwiegende Folgen für die Beteiligten. Besonders aggressiv zeigten sich dann aber noch einige beim Wiesnendspurt. Wer raufte, randalierte oder nicht mehr Herr seiner Sinne war, wurde in polizeilichen Gewahrsam genommen. 66 (32) Herbstfestbesucher landeten heuer zu ihrem eigenen Schutz bzw. zur allgemeinen Sicherheit in den Armen der Polizei und durften in den Arrestzellen ihr Gemüt kühlen bzw. ihren Festrausch ausschlafen.

Elf Jugendliche mussten von ihren Eltern bei der Polizei abgeholt werden. Nach wie vor gefürchtet ist das vom Veranstalter ausgesprochene und von der Polizei konsequent überwachte „Wiesn-Verbot“. 44 (38) in der Regel männliche Randalierer manövrierten sich selbstverschuldet ins frühzeitige „Wiesn-Aus“. Alle hartnäckigen Versuche der so „Ausgeschlossenen“ sich dem Verbot zu widersetzen und doch wieder dabei zu sein, wurden von der Polizei vereitelt und mit einer Anzeige wegen Hausfriedensbruch geahndet.

Auch in diesem Jahr nutzten „Langfinger“ wieder jede sich im Herbstfesttrubel bietende Gelegenheit zum Diebstahl. 45 (38) Damenhandtaschen, Geldbörsen, Handys, und Fahrräder wechselten so unrechtmäßig den Besitzer. Die Täter agierten in diesem Jahr weniger auf den einsehbaren Wegen des Veranstaltungsgeländes und suchten sich ihre Opfer vorwiegend in den Bierhochburgen und im Herbstfestumfeld.

Zahlreiche Alkoholkontrollen

Wie angekündigt, wurden aufgrund der in den letzten Jahren zunehmend feststellbaren Alkoholisierung von Kindern und Jugendlichen im Zusammenwirken mit dem Stadtjugendamt verstärkt Jugendschutz-Kontrollen durchgeführt. Dass diese Kontrollen durchaus ihre Berechtigung haben, belegen die Ergebnisse. Rund 600 Personen wurden kontrolliert, knapp 300 Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren (Schwerpunkt Mädchen), die sich ohne Begleitung ihrer Eltern oder eines Personensorgeberechtigten in den Biertempeln aufhielten, erhielten einen Platzverweis.

Zwei 14-jährige Mädchen waren hierbei so stark alkoholisiert, dass sie ärztlicher Hilfe zugeführt werden musste. Bei allen alkoholisierten Jugendlichen unter 16 Jahren nahmen Polizei und Jugendamt Kontakt mit den Eltern auf. Ein weiterer Schwerpunkt der polizeilichen Arbeit zur Herbstfestzeit sind die Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. Wie angekündigt, wurden auch heuer wieder zahlreiche Verkehrssicherheitskontrollen durchgeführt. Das Ergebnis ist durchaus erfreulich.

Meist trafen die Beamten auf Fahrgemeinschaften mit absolut nüchternen Fahrern, aber leider nicht in jedem Fall. Von den rund 2300 (Vorjahr über 2700) kontrollierten Verkehrsteilnehmern mussten knapp 500 (700) Kraftfahrer zum Alkotest. Bei Elf (12) uneinsichtigen Autofahrern mit Promillewerten über 1,1 Promille wurde der Führerschein gleich an Ort und Stelle „kassiert“ und eine Blutentnahme veranlasst.

Parkmoral weniger gut

Sieben (17) Autofahrer, die ohne Ausfallerscheinungen, aber mit Promillewerten zwischen 0,5 und 1,1 Promille am Steuer angetroffen wurden, erwartet nun ein Ordnungswidrigkeitenverfahren mit empfindlicher Geldbuße und Fahrverbot. Während der diesjährigen „Fünften Jahreszeit“ registrierte die Polizei lediglich zwei (drei) Verkehrsunfälle bei denen in beiden Fällen die Verursacher unter Alkoholeinfluss standen.

Nicht ganz so diszipliniert verhielten sich die Autofahrer in diesem Jahr wenn es um die Parkmoral ging. 54 (44) parkten ihre Fahrzeuge so „verboten“ in Feuerwehranfahrtszonen, auf Behindertenparkplätzen, Rettungswegen oder an Bushaltestellen, dass sie abgeschleppt werden mussten.

Polizeipräsident Franz Mayer dankt allen Einsatzkräften für ihr Engagement und dem Veranstalter, dem Wirtschaftlichen Verband sowie den Verantwortlichen der Stadt Rosenheim, für die hervorragende Zusammenarbeit. Gemeinsam wurden auch heuer wieder beste Herbstfestrahmenbedingungen und somit die Basis für einen reibungslosen Veranstaltungsverlauf geschaffen.

Pressemeldung Polizei Oberbayern Süd

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