Blick in die Wiesn-Alben von Marisa Steegmüller

Schere hält Erinnerung lebendig

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Marisa Steegmüller (links) ließ die OVB Heimatzeitungen in ihre Wiesn-Alben blicken.

Rosenheim - Das Rosenheimer Herbstfest ist für Marisa Steegmüller ein wichtiger Bestandteil des Jahresverlaufs. Über 40 Alben voll mit Bildern und Zeitungsausschnitten, die an Begebenheiten auf der Wiesn erinnern, dokumentieren dies.

Privates und Dienstliches finden sich bunt gemischt. Für die OVB-Heimatzeitungen hat die Geschäftsführende Gesellschafterin der Flötzinger-Brauerei darin geblättert.

Es ist zweifellos auch ein Stück regionale Zeitgeschichte, das Steegmüller in ihrem Büro aufbewahrt. Und auch ein Stück Jugenderinnerung. Die ersten Bilder und Zeitungsausschnitte, die sie fein säuberlich geordnet und gelegentlich mit einer persönlichen Anmerkung versehen in ihren Alben aufbewahrt, stammen nämlich alle aus einer Zeit, in der sie noch keine Verantwortung für den Familienbetrieb zu tragen hatte. „Das Herbstfest gehört einfach zu unserem Leben. Das will ich mit der Sammlung dokumentieren“, begründet sie, warum sie regelmäßig zu Schere und Klebestift greift und Wiesn-Eindrücke auf diese Weise festhält.

Ignaz darf nicht fehlen

Beispielsweise jenen, als ihr jetziger Mann Andreas 2001 das erste Mal mit ihr im Flötzinger-Zelt auf der Wiesn war. Der damalige Rosenheimer Oberbürgermeister Dr. Michael Stöcker hatte wohl schon eine Art Vorahnung, dass dies eine Verbindung für das Leben werden könnte. Wenn sie sich mit dem Heiraten beeilten, dann könne er die standesamtliche Trauung noch in seiner Amtszeit vollziehen, bot er den beiden an. Daraus wurde allerdings nichts, die Ringe tauschten sie erst im Jahr 2012.

Mitarbeiterehrungen, Erinnerungen an die Begegnungen mit der jeweils amtierenden „Miss Herbstfest“, Bilder von Siegerehrungen nach Sportveranstaltungen, Familienaufnahmen und Fotos von viel Prominenz, die in den vergangenen Jahrzehnten eine frische Mass und eine gute Brotzeit im Flötzinger-Festzelt genoss, finden sich in der Sammlung. Natürlich fehlen auch die vielen Kolumnen nicht, die Wiesn-Igel Ignaz über das Geschehen im Zelt in all den Jahren in den OVB-Heimatzeitungen verfasst hat.

Lästig ist Steegmüller die Pflege dieser Tradition nie geworden, im Gegenteil. „Die gedruckte Heimatzeitung gehört in unserer Familie einfach zum Alltag dazu. Und dass man auf Papierseiten Artikel so schön ausschneiden kann, das erleichtert mir die Arbeit ungemein“, sagt die zweifache Mutter. Für die Schnipselarbeit findet sie während der Wiesn naturgemäß keine Zeit, wenngleich die Lektüre der Tageszeitung auch an diesen besonders stressigen Tagen für sie eine angenehme Pflichtaufgabe ist. Selbstverständlich beinhaltet Zeitunglesen zur Herbstfestzeit auch, zu wissen, was Ignaz täglich aus dem eigenen Festzelt und von sonstigen Begebenheiten auf der Wiesn berichtet.

Während des Festes werden die OVB-Ausgaben nach der Lektüre gestapelt. Wenn dann aus den Zapfhähnen im Zelt kein Gerstensaft mehr fließt, beginnt für Steegmüller die Nachbereitung. Dann kommen wieder Schere und Klebestift zum Einsatz, und die Sammlung der Erinnerungen wird umfangreicher.

Blättern auch unterm Jahr

Wenn der Zeitungsstapel „abgearbeitet“ ist, ist es beileibe nicht so, dass die Alben in einem Schrank verschwinden und erst kurz vor dem nächsten Herbstfestbeginn wieder hervorgeholt werden. Auch unterm Jahr blättert die Familie durchaus mal gemeinsam in den Fotosammlungen und schwelgt dabei in Erinnerungen. Ein regnerischer Sonntag sei beispielsweise ein idealer Zeitpunkt hierfür, weiß Steegmüller aus Erfahrung.

Sie will die Pflege dieser Tradition noch lange fortsetzen und hegt die Hoffnung, dass ihre beiden Kinder Sebastian (12) und Sophie-Marie (11) diese Aufgabe einmal übernehmen. Einen ersten Einblick in die Abläufe des Familienbetriebs haben die Sprösslinge heuer schon bekommen. Drei Tage lang haben die beiden, die das Ignaz-Günther-Gymnasium in Rosenheim besuchen, während der „Großen Ferien“ ein „Praktikum“ in der Brauerei gemacht. Wenn sie von ihren Erfahrungen berichten, spürt man, dass ihnen das erste Hineinschnuppern Spaß gemacht hat.

Das Herbstfest werden sie allerdings nur zweimal besuchen. „Das muss reichen“, sagt Marisa Steegmüller, die sich für diesen privaten Wiesnbummel mit ihren Kindern gerne nachmittags Zeit nimmt. Abends ist sie mit ihren Eltern und ihrem Mann dann wieder im Festzelt im Einsatz – Erinnerungsfotos für das Album inclusive.

OVB Heimatzeitungen

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