Rosenheim: "A Herzerl fürs Herzerl"

"A Herzerl fürs Herzerl"

008.09.10|Wiesn-Aktuell|
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Rosenheim - Für Dosige und Zuagroaste befasst sich OVB-Autor Armin Höfer ("Vo Ort zu Ort") mit 14 Wiesn-Wendungen. Heute: "A Herzerl fürs Herzerl".

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Zeitloser Liebesbeweis: das Wiesn-Herzerl.

OVB© reAm "Hau-den-Lukas" werden sie enttarnt: Haderlumpen und G'schaftlhuaba.Für viele Wiesnbesucher gehört der Kauf eines Lebkuchenherzes zur Grundausstattung für ihre Partnerin; die Damenwelt kauft dagegen deutlich weniger Herzen für ihre Mannsbilder. Ausnahme: Die sportliche Dame vor der "Knusperhütte", die sich gerade mit Blick auf ihren Begleiter überlegt, das Herz mit der Aufschrift "Knacka ...." zu erwerben! Sie bestätigt zudem, was der Inhaber dieses Stándls geäußert hat: "Wos d Leid mehra káffm? I moan, de Herzn mid de boarischn Draufschrifdn, ned de mid de houchdeitschn."

Da fragt man sich aber schon, warum dann nur rund zehn Prozent der Herzen auf boarisch gschriem sán! Aber die Beschriftungen zeigen, wie ausdrucksstark unsere Vadda- und Muaddaschbrach is, zumindest was die erotischen Wendungen - im sprachlichen Sinne - betrifft.

Wie langweilig klingt doch das sterile "Ich liebe dich" im Gegensatz zu "I mog di" oder zu dessen Steigerung "Spatzl i mog di", oder weiter, der Spruch eines Geläuterten: "I mog nur no di"! Keinesfalls fragwürdig ist der Ausspruch: "I hob di gern"; schließlich heißt es ja nicht: "Du koosd mi gern hom!"

Vielfältig ist auch die Palette der Kosenamen: "Hasi", "Kloan's", "Hexerl", "Liabs Dirndl" - damit ist ein Mádl gemeint, nicht das Dirndlgwand - "Mei Spatzl".

Ausgestorben ist anscheinend der in der Kindheit des Autors sehr bekannte Spruch: "A Herzerl fürs Herzerl." Zu altmodisch? Stilgerecht sind die boarischn Herzen mit den weiß-blauen Landesfarben verziert, damit man sie wohl gleich aussakennt!

In der "Herz'l Hütt'n" überzeugt die schöne Wendung: "I hob Di so gern". Übrigens: De zwoa Hággerl breichads fei gar ned, siehe Folge 1; "Herzl Hüttn" dááds áá!

Seinen wertvollen Beitrag zum Boarischredn leistet auch das "Hau-den-Lukas-Stándl". Die Skala der schmückenden Beiworte je nach Schlagleistung, von unten nach oben: "Luja sogi" - "Schlappschwanz" - "G'scháftlhuaba" alias Damenhöhe bei 200 kg - "Anfänger" (400 kg) - "Haderlump" (600 kg) - "Weibaheld" (800 kg) - "Weltmeister", und das bei 1000 kg. Das Herbstfest: Auch sprachlich ein Genuss!

Frage: Wer kennt noch den "Schdrizi"? "Bázi"? "Gánggal"? "Schdenz"? Das "Gschbusi"?

Armin Höfer (Oberbayerisches Volksblatt)

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