009.09.10|Wiesn-Aktuell|
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Rosenheim - Die Wiesn-Musikkapellen im Flötzinger Festzelt und in der Auerbräu-Halle sind wahre Stimmungsmacher. Dabei ist das, was von den Bierbänken aus so leicht und lustig aussieht, vor allem viel harte Arbeit.

© Schlecker
Die Blasmusiker pflegen ihre Lippen mit Salben. Generell sind die Musiker froh über das Rauchverbot.
Die Arbeitszeit für die "Dreder Musi" im Flötzinger-Festzelt und die Großkarolinenfelder Blasmusik in der Auerbräu-Festhalle beträgt während der Herbstfestzeit täglich acht Stunden. Gespielt wird von 15 bis 23 Uhr. "Das ist natürlich anstrengend", gesteht Karl Beinhofer, musikalischer Leiter der Großkarolinenfelder Blasmusik. Der 43-Jährige spielt selbst Trompete und weist derzeit eine große Gemeinsamkeit mit Roland Merk, dem Dirigenten der "Dreder Musi" auf: Seine Stimme ist fast weg.
Viel wichtiger als alle besonderen Rezepturen seien aber die Routine und das Können der Musiker. Nur so könne man auch wirklich 16 Tage am Stück sein Bestes geben. In der Regel komme nach vier bis fünf Tagen bei allen Musikern ein Einbruch, sind sich die Dirigenten einig. "Da tut es am wehsten", so Roland Merk. Erfahrung sei dann alles. Man müsse genau wissen, wie man sich seine Kräfte einteilt.
Bei weitem keine einfache Übung. Taube Finger bei den Trommlern, "Muskelkater" der Lippenmuskulatur bei den Blasmusikern und Heiserkeit bei den Sängern stellen sich trotz aller Erfahrung immer wieder einmal ein.
Sehr "schwer" im wahrsten Sinne des Wortes haben es auch die Tuba-Spieler. So ein Instrument wiegt über zehn Kilo. Das über acht Stunden hinweg zu tragen, ist bei weitem kein Kinderspiel.
Roland Merk rät den Musikern immer wieder, möglichst viel Antialkoholisches zu trinken. Positiv bewertet er auch das Rauchverbot. "Die bessere Luft tut uns heuer gut." Außerdem würden nun auch die Instrumente sauberer bleiben.
Für nicht wenige der Musiker endet die "schöne, aber auch sehr strapaziöse Zeit" nicht automatisch nach der Rosenheimer Wiesnzeit. Für sie geht es dann weiter zum Oktoberfest nach München. "Da ist es sogar noch anstrengender. Denn da spielt man noch mehr Stunden am Tag", erzählt Karl Beinhofer aus eigener Erfahrung.
wu/Oberbayerisches Volksblatt
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